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Bibel und Liturgie
Wortkommunion heißt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Bibel und Liturgie

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Nr. 4/2016

Brot und Wein

Zu diesem Heft

Brot und Wein vernetzen den Alltag und das Fest, sie öffnen den Alltag gleichsam „nach oben", und im Gegenzug erden sie die Religion: das Gewöhnlichste als Verdichtung und Verortung des Heiligen. In traditionell-katholischer Sprache: das „Sakrament des Altares" – ein Tisch mit Brot und Wein, weil sich lebens-näher kaum das Wunder des immer neu geschenkten und des befreiten Lebens zeigen („demonstrieren") lässt.

Paul Deselaers lenkt den Blick auf die eigene Bedürftigkeit, die die „heiligen Fundsachen und Lebensschätze" erst zum Strahlen bringt. Welche Rolle die Nahrungsmittel Brot und Wein in der Bibel spielen, zeigen Kathrin Gies und Egbert Ballhorn auf. Im Hebräischen ist „Brot" das Nahrungsmittel schlechthin, beides wird mit dem gleichen Wort bezeichnet. Welche Rolle der Wein und alles rund um den Weinbau in der Bibel spielt, ging mir erst beim Blick in die Konkordanz auf: „Wein" ist eines der beliebtesten Substantive in der Bibel. Georg Langenhorst schließt mit seiner Spurensuche in der Lyrik der letzten 200 Jahre diesen ersten Block an Beiträgen ab und leitet über zum zweiten: Um das Motiv von Brot und Wein lässt sich eine Lebens- und Weltdeutung bauen, die spezifisch christliche Ausrichtung verliert zunehmend an Überzeugungskraft.

Zentrale Texte dieser christlichen (katholischen) „Abendmahlsfrömmigkeit" stehen im Zentrum der Aufsätze von Dorothee Bauer und Josef Wohlmuth. Die Autorin deutet die Sequenz des Fronleichnamfestes und bezieht die musikalische Transposition bei Oliver Messiaen mit ein; der Autor erschließt die Deuteworte der Gabenbereitung in einer genauen Lektüre neu.

Die bibelwissenschaftlichen, literarischen und systematisch-theologischen Zugänge dürfen nicht vergessen lassen, dass einem großen Teil der Menschheit das tägliche Brot nicht gegeben wird. Brigitta Herrmann skizziert aus sozialethischer Perspektive Lösungsansätze für diesen ungeheuerlichen Skandal, der eigentlich niemanden ruhen lassen dürfte. Über ein innovatives Bildungsangebot an der Universität Osnabrück berichten Uwe Neumann, Oliver M. Gillen und Sinja Behrens; es geht um ein wiederzugewinnendes Bewusstsein für den Wert der Lebensmittel, die Zubereitung und das gemeinsame Essen.

Mit den ersten drei Bausteinen wird das Thema fortgesetzt. Christoph Dohmen erschließt in einer kleinen Meditation das Mannawunder aus dem Buch Exodus, Egbert Ballhorn das Motiv des Keltertreters. Von Hildegard König stammt ein experimenteller Gottesdienstentwurf, der inspiriert von alt- und neutestamentlicher Bildrede das Werden des Gottesreiches im Zeichen des Brotbackens sinnenfällig macht.

In der Serie Praxis Gotteslob (mit der Bibel und Liturgie in lockerer Folge Möglichkeiten des neuen Gebet- und Gesangbuches vorstellen will) zeigt Axel Bernd Kunze, welche vielfältigen Anregungen des neue „Gotteslob" für die Gestaltung liturgischer Nachtwachen und verwandter Gottesdienste bietet. Auf dem 100. Katholikentag im Mai diese Jahres in Leipzig wurde der Wortgottesdienst der Abschlussfeier neu gestaltet; dabei wurden Überlegungen der neueren Bibeltheologie zur Einheit und Ganzheit der Schrift behutsam aufgenommen und liturgisch umgesetzt; Benedikt Kranemann berichtet darüber. Dieses Thema verdient eine intensive Diskussion zwischen Exegese/Bibeltheologie und Liturgiewissenschaft. Die gegenwärtige rituelle Gestaltung des Wortgottesdienstes der Messfeier entspricht schon lange nicht mehr den Einsichten einer kanonsensiblen Theologie mit der Aufwertung des Alten Testament , wie sie in den letzten Jahren auch von der Päpstlichen Bibelkommission formuliert worden ist (vgl. BiLi Heft 3/2015).

Mit der vierten Folge schließt die Auslegung des Galaterbriefes von Uta Poplutz; im kommenden Jahrgang, dem 90., werden die Biblischen Bausteine die Samuelbücher vorstellen.

 

 

 

Bibel und Liturgie

Bibel und Liturgie
... in kulturellen Räumen

Die Bibel ist eine starke kulturbildende Kraft in Geschichte und Gegenwart.
Viele Facetten unserer Lebenswelt lassen sich nur durch sie entschlüsseln:
unser Menschenbild, das Verständnis von Freiheit und Solidarität,
das Verhältnis zur Natur uns Schöpfung, der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.

Kirche und christliche Gemeinde halten diese Kraft der Bibel wach und geben von ihr Zeugnis.
Die Liturgie lässt die weltbildende und lebensgestaltende Kraft der Bibel erleben und setzt sie feiern gegenwärtig.
Im Gottesdienst gewinnt das Leben Gestalt und Ausrichtung, wird die Fülle des Lebens erfahrbar.

Bibel und Liturgie bringt den Reichtum jüdisch-christlicher Überlieferung im Kontext gegenwärtiger Kultur zur Sprache:

  • in theologischen Grundsatzbeiträgen
  • in Essays zur Situation von Kirche und Christentum
  • in Bausteinen für die pastorale Praxis
  • in orientierenden Buchbesprechungen


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