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Bibel und Liturgie
"Heute" - die andere Zeit heißt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Bibel und Liturgie

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Nr. 1/2017

"Heute" - die andere Zeit

Zu diesem Heft

90 Jahrgänge «Bibel und Liturgie»

In das Jahr 1926 fällt die Gründung der Zeitschrift «Bibel und Liturgie». Pius Parsch sah in einer Zeitschrift, die die Liturgische Bewegung und die Bibelbewegung zusammenbringt, einen wichtigen Baustein bei der Verwirklichung seines volksliturgischen Apostolats. Im Geleitwort zum ersten Heft schrieb Parsch, dass der Titel der neuen Zeitschrift ihr Programm sei und verwies auf die „zweifache Kommunion" - das Hören des Wortes Gottes und der Empfang der Eucharistie - als wesentliches Element der Messfeier und „wichtigste Quelle christlichen Lebens".

Die Zeitschrift «Bibel und Liturgie» erscheint 2017 im 90. Jahrgang. Der Schwerpunkt liegt unverändert auf einer Zusammenführung von bibelwissenschaftlichen und liturgietheologischen Fragestellungen im Hinblick auf die Praxis der Kirche. 

Bis heute will die Zeitschrift «Bibel und Liturgie» dazu beitragen, was die versammelten Bischöfe auf der Bischofssynode 2008 neu entdecken konnten, nämlich: «dass Gott redet, dass er antwortet auf unser Fragen. Gemeinsam haben wir das Wort des Herrn gehört und gefeiert. Wir haben einander erzählt, was der Herr im Gottesvolk bewirkt, haben Hoffnungen und Sorgen miteinander geteilt. All das hat uns bewusstgemacht, dass wir unsere Beziehung zum Wort Gottes nur innerhalb des ‚Wir’ der Kirche vertiefen können, im Hören aufeinander und in der gegenseitigen Annahme. […]. So konnten wir mit Freude feststellen, dass ‚in der Kirche auch heute Pfingsten ist’» (Verbum Domini 4).

«Heute» - ein biblischer und liturgischer Kernterminus

Die ersten beiden Hefte des Jubiläumsjahrganges von wenden sich diesem „Heute" zu, einem Begriff, der grundlegend ist für das Verständnis des biblischen und des liturgischen Geschehens.

Die Beiträge beleuchten die Beiträge dieses «Heute» aus unterschiedlichen Perspektiven:

Ulrich Kuhnke, geht in experimenteller Anknüpfung an die Kognitionswissenschaften der Frage nach, was beim Bibellesen geschieht. Explizit den Zusammenhang von Erzählung und Bewusstsein in den Blick zu nehmen, schärft die Wahrnehmung für die vielfachen Möglichkeiten, sich der Figur Jesu zu nähern. 

Dem «Heute» im Buch Deuteronomium wendet sich anschließend der mit Bibel und Liturgie höchst vertraute Alttestamentler Georg Braulik OSB zu. Seine Forschungen zum Buch Deuteronomium werden hier fokussiert auf das «Heute» als eines der Leitwörter einer biblisch-liturgischen Gedächtniskultur.

Der Erfurter Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann analysiert dann die «Nonverbalen Erinnerungsformen im Gottesdienst». Nicht die Texte der Liturgie stehen hier im Zentrum des Interesses, sondern die Rolle des Körpers im kulturellen Gedächtnis der Liturgie. Deutlich wird, dass die Frage nach dem Verhältnis von Körper, kulturellem Gedächtnis und Liturgie nicht allein eine anthropologische, sondern eine zutiefst theologische Fragestellung ist.

Seit jeher werden die Lesungen in der Liturgie durch Einleitungsformeln ergänzt. «In illo tempore. In jener Zeit …» wurde irgendwann in der frühen Liturgiegeschichte zur Standardformel für die Einleitung der Evangelien. Umso erstaunlicher ist, dass diese und weitere Formeln in der Fachliteratur bislang kaum Beachtung gefunden haben. Hier schließt Albert Gerhards mit seinem Beitrag eine Forschungslücke und lädt gleichzeitig zu weiteren Entdeckungen ein.

Mit dem Beitrag von Tobias Kläden wird die Heftthematik auf die gegenwärtige Situation von Gemeinde und Kirche ausgeweitet: «Welche Pastoral ist an der Zeit»?, fragt der Verfechter einer missionarischen Pastoral, die sich als ein Lernprozess versteht, das Evangelium in der jeweiligen Gegenwart immer neu durchzubuchstabieren.

Auch die Dogmatikerin Eva-Maria Faber befasst sich mit der Frage, wie im Licht der Zeichen der Zeit eine pastoral orientierte kirchliche Lehre vorgehen kann. Anschaulich wählt sie für ihre Überlegungen das «Neun-Punkte-Problem» und zeigt daran auf, wie Pastoral und Dogmatik ineinanderwirken können.

«Die Zeit drängt» mahnt der Moraltheologie Michael Rosenberger. An verschiedenen konkreten ethischen Fragestellungen des Umgangs mit Umwelt, Natur und Schöpfung macht er unübersehbar deutlich, dass «die globale Zukunft das Heute bestimmt».

Im Biblischen Baustein 2017 legt Ilse Müllner in vier kleinen Beiträgen die Samuelbücher aus.

Birgit Jeggle-Merz / Georg Steins

 

 

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... in kulturellen Räumen

Die Bibel ist eine starke kulturbildende Kraft in Geschichte und Gegenwart.
Viele Facetten unserer Lebenswelt lassen sich nur durch sie entschlüsseln:
unser Menschenbild, das Verständnis von Freiheit und Solidarität,
das Verhältnis zur Natur uns Schöpfung, der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.

Kirche und christliche Gemeinde halten diese Kraft der Bibel wach und geben von ihr Zeugnis.
Die Liturgie lässt die weltbildende und lebensgestaltende Kraft der Bibel erleben und setzt sie feiern gegenwärtig.
Im Gottesdienst gewinnt das Leben Gestalt und Ausrichtung, wird die Fülle des Lebens erfahrbar.

Bibel und Liturgie bringt den Reichtum jüdisch-christlicher Überlieferung im Kontext gegenwärtiger Kultur zur Sprache:

  • in theologischen Grundsatzbeiträgen
  • in Essays zur Situation von Kirche und Christentum
  • in Bausteinen für die pastorale Praxis
  • in orientierenden Buchbesprechungen


Gegründet 1926 von Pius Parsch

Erscheint vierteljährlich
Einzelpreis: € 8.-
Abopreis: € 29,50
Studentenabo -25%
Preise exkl. Versandspesen

(red)


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