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Bibel und Liturgie
"Familie, wohin? Pastoral nach der Familiensynode" heißt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Bibel und Liturgie

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Nr. 2/2016

 „Familie, wohin? Pastoral nach der Familiensynode“

Zu diesem Heft

„Im falsch verstandenen Bemühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, kam es in der Pastoral immer wieder zu harten und unbarmherzigen Haltungen, die Leid über Menschen gebracht haben. Als Bischöfe unserer Kirche bitten wir diese Menschen um Verzeihung“, so spricht die deutschsprachige Gruppe, der u. a. Bischof Bode und Kardinal Marx angehört haben, in ihrem einstimmig verabschiedeten Zwischenbericht der Familiensynode ihre Bitte um Verzeihung aus. Zugleich wird die grundlegende Herausforderung und Spannung für die katholische Kirche, ihrem Auftrag und ihrer Lehre treu zu bleiben, angesichts der vielfältig veränderten Lebenswirklichkeiten von Ehe und Familie weltweit, deutlich. Sich der Welt einfach anpassen, darf die Kirche nach ihrem eigenen theologischen Selbstverständnis nicht. Gerade im sensiblen Feld der Gestaltung von Beziehungen und Partnerschaften, wird der breite Graben zwischen kirchlicher Lehre und gelebter Alltagswirklichkeit aber besonders offenkundig und stößt gerade auch engagierte Kirchenmitglieder ab.

Die Themen, die die hiesigen Ortskirchen im deutschsprachigen Raum besonders im Fokus haben, der Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen, unverheirateten oder homosexuellen Paaren, sind weltweit gewiss nicht überall die drängendsten Fragen. Entscheidender noch als diese Einzelthemen ist, dass in neuer Weise ernst genommen werden muss, was sich an Realitäten im Bereich von Beziehungen, von Ehe und Familie zeigt. Die Kirche kann und will nicht länger an der Wirklichkeit vorbeigehen.

Wie ist die Familiensynode vor diesem Anspruch theologisch zu sehen und zu würdigen? „Familie, wohin?“, fragt sich im Blick vor allem auf die Pastoral, die Familienseelsorge und Familienbildung.

So kommentiert Magnus Striet in systematisch-theologischer Perspektive die Synode, indem das „römisch-katholisch sanktionierte Konzept der sakramentalen Ehe zwischen Mann und Frau“ und die aus ihr hervorgehende Familie kritisch aufgearbeitet wird, bevor Thomas Söding eine neutestamentliche Sicht auf „Familienglück und Familienstreit“ im Horizont der Reich-Gottes-Botschaft des Evangeliums entfaltet.

An die beiden theologischen Grundlagenbeiträge schließen sich Kommentare und Diskussionen aus verschiedenen praktisch-theologischen und pastoralen Handlungsfeldern an. Die Reihe eröffnet aus der Perspektive der Familienbildung Hubert Heeg von der „Arbeitsgemeinschaft Katholische Familienbildung“ (AKF), Bonn, indem er das Abschlussdokument kommentiert und mit dem Selbstverständnis katholischer Familienbildung kritisch konfrontiert.

Ihm folgen die familienpastoralen Einschätzungen und Beobachtungen der in der Familienpastoral des Bistums Osnabrück tätigen Theologin Martina Kreidler-Kos, die ihre Sicht der Familienpastoral nach der Synode unter die prononcierte Aussage des Erzbischof von Manila stellt: „Die Familien sind nicht dazu da, der Kirche zu gefallen“.

Im Mai 2015 hat das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK) eine Erklärung zu „Familie und Kirche in der Welt von heute“ unter dem Titel: „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen“ verabschiedet, die im Vorfeld der Synode Erwartungen formuliert, die hier nicht nur dokumentiert, sondern unter dem Eindruck der Ergebnisse von Stefan Vesper, Generalsekretär des ZdK, kommentiert werden.

Auch eine interdisziplinäre theologische Tagung im Vorfeld der Synode an der Universität Erfurt bietet ein differenziertes Bild der Spannung „zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ des kirchlichen Leitbilds von Ehe und Familie, die Christopher Tschorn, Michael Karger und Anna Karger-Kroll in ihrem Tagungsbericht dokumentieren.

Den Abschluss bildet der im Erzbistum Köln tätige Erwachsenenseelsorger Holger Dörnemann mit seinem Blog im Internet und seinem aktuellen Kommentar im Rückblick auf die Familiensynode. Das Heft erscheint in Erwartung des postsynodalen Schreibens von Papst Franziskus, das die Lektüre zusätzlich in neuer Weise herausfordern wird.

 

Martina Blasberg-Kuhnke

 

 

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