Es wurde im Stift Klosterneuburg angesiedelt, da der Klosterneuburger Augustiner Chorherr Pius Parsch schon vor dem 2. Vatikanischen Konzil zusätzlich zum "Volksliturgischen Apostolat" das "Klosterneuburger Bibelapostolat" gegründet und durch beide eine biblische und liturgische Bewegung initiiert hatte. Die in Klosterneuburg bis heute erscheinende Zeitschrift "Bibel und Liturgie" wurde bereits 1926 ins Leben gerufen. Mit der Errichtung des Österreichischen Katholischen Bibelwerkes wurde von den Österreichischen Bischöfen ein deutliches Signal dafür gesetzt, dass ihnen die Verbreitung der Heiligen Schrift ein besonderes Anliegen ist, der sich eine eigene kirchliche Institution widmen soll, da das Gotteswort lebensnotwendig ist für die Kirche und für alle Getauften. Dem zufolge hat das Österreichische Katholische Bibelwerk den Auftrag, die Bibel allen Menschen vorzustellen, Ihnen anzubieten und als Wort Gottes ins Bewußtsein zu bringen. Daher verbreitet das Bibelwerk die Heilige Schrift in verschiedenen Ausgaben und versucht, die Bibel den Menschen auf vielfältige Weise zu erschließen. Dieser Aufgabe widmen sich die bibelpastoralen Arbeitsstellen der österreichischen Diözesen durch eine Fülle von Angeboten.
Um vielen Menschen, auch solchen, die weit entfernt von einer Buchhandlung leben, Zugang zu biblischer und religiöser Literatur zu vermitteln, hat das Österreichsiche Katholische Bibelwerk einen Versandbuchhandel und einen Internetshop errichtet, über die jedes lieferbare Buch bestellt werden kann. Diese Art des Buchhandels und der Verkauf biblischer Zeitschriften, sowie die Auslieferung der Bibel als Schulbuch sind die finanzielle Grundlage für das Wirken des Bibelwerkes. Denn Initiativen, für das Wort Gottes Interesse zu wecken, an dieses zu erinnern und Menschen für dieses zu begeistern, erfordern großen finanziellen Einsatz. Durch die abnehmende Zahl der Mitfeiernden der Gottesdienste und der am Religionsunterricht teilnehmenden SchülerInnen müssen neue Wege für das Gotteswort zu den Menschen gegangen werden, auch durch das Bibelwerk. Darüber hinaus fördert das Österreichsiche Katholische Bibewerk Klosterneuburg Zusammenkünfte an den biblischen Instituten der österreichischen Universitäten arbeitenden und forschenden BibelwissenschaftlerInnen, pflegt Kontakte mit den katholischen Bibelwerken der Nachbarländer und der Katholischen Weltbibelföderation, sowie mit der Ökumene und den Medien.
Nach 40 Jahren des Bestehens des Österreichischen Katholischen Bibelwerkes und 40 Jahre nach der Verabschiedung der Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung durch das 2. Vatikanische Konzil zeigt die Erfahrung, dass das Interesse der Menschen an der Heiligen Schrift gewachsen ist und weiter wächst. Das ausgesäte Wort vom Reich Gottes fällt noch immer auf guten Boden, allerdings auch weiterhin - wie es ein Gleichnis Jesu anschaulich beschreibt - auf den Weg, auf felsigen Boden und in die Dornen, wo es nicht aufgeht. Es bleibt daher der Auftrag, weiter das Wort zu säen, jedoch vor allem die verschiedenen menschlichen Böden für die Saat des Wortes auf zu bereiten.
(red)