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"Kirche in Not" schickt 10.000 Kinderbibeln nach Ghana
Heilige Schrift in Volkssprache der Konkomba soll zu Frieden und Entwicklung beitragen. Das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" schickt rund 10.000 Kinderbibeln nach Nord-Ghana.

Die farbenfroh bebilderte Kinderbibel "Gott spricht zu seinen Kindern" sei dazu eigens in die Sprache des Stammes der Konkomba übersetzt worden, teilte das Hilfswerk in einer Aussendung am Montag mit. Die Lieferung gehe in die Distrikthauptstadt Yendi, deren Bischof Vincent Sowah Boi-Nai um die Verbreitung der Bibeln in der Volkssprache der Konkomba gebeten habe.

In der Region um die Hauptstadt lebten gegenwärtig rund 800.000 Menschen vom Stamm der Dagomba und etwa 500.000 Menschen vom Stamm der Konkomba. Knappe Ressourcen sowie Konflikte zwischen beiden Völkern sorgten für Spannungen in der Region. 1994 und 2001 sei es auch zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen, hieß es seitens "Kirche in Not".

Der Steyler Missionar Pater Joseph Mazur vom Bibelzentrum "Zum guten Hirten" in Yendi berichtete, die Dagomba sähen ihre Nachbarn traditionell als "tributpflichtig" an, die Konkomba würden das wiederum vehement ablehnen. In beiden Volksgruppen werde daher nur den Angehörigen des eigenen Stammes Respekt entgegengebracht.
Beide Stämme gehörten überwiegend traditionellen Religionen oder dem Islam an. Christen bildeten unter ihnen nur eine Minderheit.


"Friede durch christliche Erziehung"
Die kleine, friedliche Gruppe der Christen im Glauben zu unterweisen, sei folglich eine wichtige Aufgabe für die Kirche Ghanas. Gerade die Jüngsten sollen dadurch in einem Geist der Versöhnung aufwachsen, betonte Mazur. Durch die Botschaft Christi werde ein Bewusstsein geprägt, das über die Stammesgrenzen hinausgehe. "Wenn die Menschen begreifen, dass sie alle Kinder Gottes sind, ist ein anderes Miteinander möglich", meinte Mazur. "Dann werden wir auch Entwicklungsprojekte in den Dörfern gemeinsam voranbringen".

In der Hoffnung, dass eine christliche Erziehung wesentlich zur Entwicklung und zum Frieden im Nordosten Ghanas beitragen könne, habe der Bischof von Yendi "Kirche in Not" um die Verbreitung von Kinderbibeln in der Stammessprache der Konkomba gebeten.

Eine Bibel in der Stammessprache sei stets ein wichtiger Baustein für die Mission und zur Überwindung der Konflikte, betonte der Bischof. Schon die Jüngsten würden so lernen, auch Menschen anderer Stämme zu achten.

Rund 7.000 Gläubige in Diözese Yendi
Seit der Gründung der Diözese Yendi im Jahr 1999 begegne die katholische Kirche Ghanas den Konflikten durch Glaubenserziehung und Bildung, so der Bischof. Inzwischen zähle die Diözese rund 7.000 Gläubige in acht Pfarren und habe in den elf Jahren ihres Bestehens mehrere Grund- und Volksschulen aufbauen können.

Auch würden in den Pfarren Alphabetisierungskurse angeboten. Die anfängliche Sorge mancher Eltern, durch einen Schulbesuch könnten die Kinder verleitet werden, in die Städte des Landes abzuwandern, soll sich nach Aussage des Bischofs mittlerweile gelegt haben.

Kinderbibel in 162 Sprachen
Bisher hat "Kirche in Not" nach eigenen Angaben weltweit mehr als 47 Millionen Kinderbibeln verteilt. Mit der Ausgabe in der Volkssprache der Konkomba sei die Kinderbibel nun in insgesamt 162 Sprachen erhältlich.

"Kirche in Not"-Spendenkonto: Kennwort "Kinderbibel", Konto-Nummer 7.631.087, PSK 60.000.

Quelle: Kathpress

(red)


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