Nachruf auf Pfarrer Robert Stangl Bild: www.pfarre-berndorf-stveit.at (Mayerhofer)
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Pfarrer Konsistoriatrat Robert STANGL ist nicht mehr. Er ist am Samstag, dem 15. Mai 2010 gegen 16.30 Uhr im Marienheim zu Gablitz verstorben. Zu Ostern hatte man bei ihm einen inoperablen Gehirntumor diagnostiziert und ihn letztlich in das Pflegeheim eingewiesen, das er nicht mehr verlassen sollte.
Meine Gattin und ich hatten ihn vergangenes Wochenende besucht. Er war nur noch schwer ansprechbar, aber bei Bewusstsein, eine Unterhaltung war kaum mehr möglich. Er hat uns aber noch erkannt, auf Berührungen reagiert. Am Nachmittag des Christi Himmelsfahrtstages ist er dann friedlich eingeschlafen und nicht mehr zu Bewusstsein gekommen …
Robert STANGL wurde 1931 in Wien geboren, ist dort zur Schule gegangen und hat seine Ausbildung mit dem Studium an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Wien abgeschlossen. Nach seiner Priesterweihe war er Kaplan in Poysdorf, Wien-St.Brigitta und Wien-Rudolfsheim. Die erste Pfarrstelle trat er in Wolfsthal/Marchfeld an, war dann Pfarrer in Wien-St.Johannes/Evangelist und Marchegg. Viele Jahre war er außerdem noch Mitarbeiter beim Österr. Kath. Bibelwerk in Klosterneuburg.
In einem Alter, wo die meisten von uns bereits an die Pension denken, wurde er 1994 von Kardinal Schönborn mit der Seelsorge der Pfarren St.Veit und Hirtenberg betraut. Seine feierliche Amtseinführung nahm Bischofsvikar Karl Hofegger am 17.September 1994 in St.Veit vor, wo er bis zu seinem ‚vermeintlichen‘ Pensionsantritt Ende August 2000 bleiben sollte. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er zunächst als Emerit, sehr bald aber wieder als Pfarrer der kleinen Gemeinde Senning (bei Stockerau), die Robert Stangl schlussendlich mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet hat.
„Mir ist der Kontakt mit Menschen wichtig“, schrieb er selber in seinem ersten Beitrag unseres Pfarrblattes, „besonders der Meinungsaustausch über Fragen, die uns alle bewegen, die Glaubensbildung, die Auslegung des Wortes Gottes für unsere Zeit und ein verinnerlichter und ansprechender Gottesdienst. Wichtig ist mir auch, dass alles, was in der Pfarre geschieht, einen Sinn hat und dass nichts nur pro forma gemacht wird“.
Dieses Programm hat Robert Stangl als Pfarrer verwirklicht. Seine Gottesdienste waren wahrlich ansprechend und gut vorbereitet. Was er sagte, hatte Hand und Fuß und machte Sinn. Er hat sich kaum ein Blatt vor den Mund genommen – auch nicht bei seinen Predigten – wenn es galt, Fehlentwicklungen oder Affären anzusprechen, sogar anzuprangern. Sein kritischer Blick auf manche – auch innerkirchliche - Ereignisse war für viele von uns wohltuend und mitunter befreiend. Er stand zu seiner Überzeugung. Was er lehrte, entsprach seinem Glauben, war biblisch begründet.
Es war der Seelsorger Robert Stangl, der auf die Menschen zugegangen ist, Ausgetretene besucht und wieder in die Pfarre eingeladen hat. Ich habe auch niemals erlebt, dass er jemanden zurückgewiesen hatte – auch wenn mancher Bischof das ganz gerne gesehen hätte. Er war ein Pfarrer, der in seiner Gemeinde gelebt und gewohnt hat, ein Seelsorger mitten unter denen, die ihm anvertraut waren. Er war ein Priester mit Leib und Seele. St.Veit und Ödlitz, ebenso Hirtenberg, haben ihm viel zu danken und zu verdanken.
(Diakon Prof. Rudolf Stummer)
Quelle: www.pfarre-berndorf-stveit.at
(red)
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