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Nationalbibliothek widmet sich interkulturellem Dialog
Die Ausstellung "Juden, Christen und Muslime. Interkultureller Dialog in alten Schriften" in der Nationalbibliothek präsentiert Zeugnisse vom interkulturellen Wissenstransfer und Meinungsaustausch zwischen den Weltreligionen.

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) widmet sich in ihrer diesjährigen großen Sonderausstellung dem interkulturellen und interreligiösen Dialog: Die im barocken Prunksaal zu sehende Schau über "Juden, Christen und Muslime" präsentiert Zeugnisse von Wissenstransfer und Meinungsaustausch zwischen den abrahamitischen Weltreligionen vor allem während des Mittelalters.

Streben nach sachlicher Erkenntnis
Die immer wieder aufflammenden Konflikte zwischen den unterschiedlichen Ethnien und Weltanschauungen "lassen leicht vergessen, welch große Bedeutung Dialog und Kommunikation für die Entwicklung der jeweiligen Zivilisationen gehabt haben", heißt es von Seiten der ÖNB. Vielfach seien es religiös motivierte Fragestellungen gewesen, die den Anstoß für die wissenschaftliche Auseinandersetzung zwischen Fachwelten gaben, die eingebettet in ein jüdisches, christliches oder muslimisches Umfeld waren. Getragen worden sei dieser Dialog von Kräften, die das "Streben nach sachlicher Erkenntnis und den Respekt vor den Errungenschaften des jeweils Anderen" zu verbinden wussten.

Berührungspunkte der Kulturen
Die in der ÖNB-Sonderausstellung gezeigten mehrheitlich mittelalterlichen Handschriften geben Zeugnis vom reichen Ertrag dieser interkulturellen Auseinandersetzung vor allem in den Bereichen Medizin, Astronomie und Astrologie. Berührungspunkte der Kulturen waren die Höfe der Fürsten und Kalifen im Nahen Osten und im Mittelmeerraum, aber auch Schulen und Universitäten. Dort wurde übersetzt, diskutiert, rezipiert - und integriert, was aus fremden Ländern herangetragen wurde.

Kulturelle Erbe der Antike
Bis 7. November können die alten Schriften besichtig werden.
Ausgangspunkt blieb während des gesamten Mittelalters das kulturelle Erbe der Antike. Vermittelt wurde das Wissen und Denken der Alten Griechen und Römer durch Byzanz als dem Hauptschnittpunkt verschiedener Kulturen, vor allem aber durch die Übersetzungstätigkeit arabischer Gelehrter: Die Schriften eines Aristoteles erreichten so das mittelalterliche Europa über den Umweg der islamischen Welt. Fortgesetzt wird dieser Prozess in der beginnenden Neuzeit mit der Übertragung der gelehrten Texte in die wichtigen hiesigen Kultursprachen. Dieser Übergang markiert auch den zeitlichen Rahmen der Ausstellung in der ÖNB vom Frühmittelalter bis ins 16. Jahrhundert.


Ort
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
Josefsplatz 1, 1010 Wien

Dauer
7. Mai – 7. November 2010

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr
Donnerstag 10 – 21 Uhr

Eintritt
€ 7,– / ermäßigt € 4,50

Führungen
Zum Preis von € 3,50 jeden Donnerstag um 18 Uhr sowie
nach Vereinbarung unter
Tel.: (+43 1) 534 10-464, -261
Treffpunkt an der Prunksaalkasse


Quelle: stephanscom.at

(red)


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