Erster deutschsprachiger Theologielehrstuhl in Jerusalem

In Jerusalem wird am Donnerstag der erste deutschsprachige Theologie-Lehrstuhl eröffnet. An der Feier nimmt die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan teil, Deutschland finanziert den neuen Lehrstuhl. Erste Inhaberin ist die Bibelwissenschaftlerin und Franziskanerin Margareta Gruber. Sie hält am Donnerstag ihre offizielle Antrittsvorlesung.

Der "Laurentius-Klein-Lehrstuhl für Biblische und Ökumenische Theologie" wurde für das ökumenische "Theologische Studienjahr Jerusalem" bei der Benediktiner-Abtei Dormitio geschaffen. Er ist nach dem Abt Laurentius Klein benannt, der das das Studienjahr 1973 ins Leben rief.

Das in dieser Form einzigartige Programm bietet deutschsprachigen katholischen und evangelischen Studierenden zwei intensive Semester im Heiligen Land an. Schwerpunkte sind Bibelwissenschaften, Ökumene und interreligiöser Dialog sowie christliche Archäologie. Bislang haben mehr als 900 Studierende das von kirchlichen Institutionen und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Angebot wahrgenommen.

Die 48-jährige Gruber hatte selber 1983/84, noch bevor sie sich den Franziskanerinnen von Sießen anschloss, das Studienjahr im zur Abtei gehörenden Josefshaus auf dem Zionsberg besucht.
Mittlerweile ist die Baden-Württembergerin Neutestamentlerin, lehrte eine Reihe von Jahren an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar bei Koblenz und übernahm im vorigen Sommer als Dekanin die Leitung des Studienjahres 2009/10.
Gruber bezeichnete den neuen Lehrstuhl als eine weitere Aufwertung des ökumenischen Studienjahres. Seiner Leitung sei dank der langfristigen Kostenübernahme durch den Staat erstmals ein klarer Rahmen gegeben worden, sagte sie der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Gleichzeitig werde durch den mit der Dozentenstelle verbundenen Forschungsauftrag die Wissenschaftlichkeit gestärkt. Die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Studieneinrichtungen in Jerusalem solle weiter ausgebaut werden.

Quelle: Kathpress

(red)

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